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SozialarbeiterInnen gegen Linksextremismusstudie

April 6, 2011

Etwa 100 Studierende haben heute das Institut für Soziale Praxis (isp) an der Evangelischen Hochschule Hamburg am Rauhen Haus besetzt.

Seit etwa einem halben Jahr führt das isp der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie im Auftrag des BMFSFJ das Forschungsprojekt „Zugänge der Jugendhilfe zu links-autonomen Jugendszenen in Hamburg – eine Bestandsaufnahme“ durch. Das isp ist eine der ersten Einrichtungen, die von den durch Familienministerin Kristina Schröder bereit gestellten Millionen gegen Linksextremismus und Ausländerextremismus  profitieren. Man möchte heraus finden, ob sich die jugendlichen Gewalltäter zwischen 14 -18 (die auf linken Demonstrationen in Hamburg und Berlin “vermehrt” auftreten) nicht durch sozialarbeiterische Rafinesse bändigen liessen, heisst es in einer Projektskizze.

Dafür lässt sich an der Evangelischen Hochschule offenbar kein/e angehende/r Sozialarbeiter/in erwärmen. Im Gegenteil, seit dem Projektstart stehen die Verantwortlichen mit dem Rücken zur Wand, in einer Erklärung heisst es

„Linksextreme“ oder „linksextremistische“ Jugendliche“ beforschen wir ausdrücklich nicht.

Zukünftig will man sich hinter dem Begriff „linksautonome Jugendszene“ verstecken und beteuert, niemand soll im Rahmen der Studie ausgehorcht werden, der Verfassungsschutz soll zwar die Datengrundlage liefern, aber mit ihm zusammenarbeiten will man ausdrücklich nicht. Den möglichen “Missbrauch” der Forschungsergebnisse kann und will man nicht verhindern.

- Es wäre wohl schade um das Geld. Eine Studentin der Hochschule kritisierte  während der symbolischen Besetzung des Instituts „die Abhängigkeit der Hochschule und ihre funktionale Bedeutung als verlängerter Arm staatlicher Interessen (…). Unhinterfragt werden hier die Vorgaben des Staatsschutzes und der Geheimdienste übernommen. Das hat mit kritischer Wissenschaft nichts mehr zu tun.“

Zur kurzweiligen Besetzung hatte das Hochschulbündnis gegen Extremismusstudien aufgerufen, das den Abbruch der Studie fordert. Diese läuft circa seit einem halben Jahr, ebenso lange regt sich an der Hochschule Widerstand.

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