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“Dresdner Reden”: Kuscheln mit Neonazis

Februar 8, 2012
von

In Dresden wird auf einer weiteren Ebene gegen Extremismus angeredet. Die seit längerem stattfindenden “Dresdner Reden” beschäftigen sich nun mit dem Thema. Also genau genommen die eingeladenen Referent_innen.

Den Aufschlag machte Frank Richter, Direktor der sächsischen Landeszentrale für polititische Bildung und Moderator der “AG 13. Februar”, bei der sich Vertreter_innen von Stadt, Kirchen, Parteien und anderen Organisationen einfinden, um dem alljährlichen extrem-Februar-Spuk durch eigenen Protest gegen die “extremen Rechten” in  Hör- und Sichtweite (auf keinen Fall Blockaden!) endlich ein Ende zu setzen – und damit den “extremen Linken” die Möglichkeit zu nehmen, die halbe Stadt in Schutt und Asche zu legen.

Richter glänzt in seiner Rede mit folgender Weisheit:

Wenn das Ziel darin besteht, den Extremismus zurück zu weisen, müssen alle politischen Akteure bereit sein, ihre eigenen Extrempositionen zu verlassen.

Wirklich alle?  Oder:

Ich bitte alle, die rufen: „Nazis raus!“, einmal inne zu halten und zu überlegen, ob es nicht besser heißen müsste: „Nazis rein!“ [...] Jeder Nazi gehört als Mensch und als Mitbürger (und das ist er ja auch) zu uns, in unsere Gesellschaft – so wie jeder andere Mensch und jeder andere Mitbürger.

In Sachsen ist den meisten klar – auch Nazis sind Mitmenschen. Leider. Für Richter aber sind sie nicht nur das, sie sind eine Minderheit der Schwachen, die nicht zurückgelassen werden darf, sondern integriert werden sollte. Nazis verdienen unser Mitgefühl:

Schauen wir in die Gesichter der Schwarz-, sprich der Trauer – Tragenden, dieser meist jungen Leute. Wir könnten auf den nicht abwegigen Gedanken kommen: sie tragen Schwarz, sie tragen Trauer, weil sie niemals angekommen sind in unserer Gesellschaft. Wir sehen Schwächen. Wir sehen Schwache, die nicht länger von den Falschen stark gemacht werden dürfen.

Wer diese “Falschen” sind, die die “schwachen” Nazis stark machen, führt Richter leider nicht weiter aus.

 

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