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Die erste autonome Jugendkultur

März 11, 2012
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Von Extremismustheoretiker_innen würde das so beschrieben: in einem ehemals rechtsextremistischen aber heute linksextremistischen Jugendclub wird ein Buch über eine ehemals linksextremistische Jugendbewegung vorgestellt. Die zum Buch gehörige Ausstellung wird in einem ehemals den Linksextremisten dienenden Gebäude ausgestellt, unterstützt mit Geldern aus dem sächsischen Antiextremismusprogramm. Ein Beitrag von FR

Nächste Woche wird im einst auch als HJ-Heim (1938-1945) genutzten Conne Island ein Buch über die “erste autonome Jugendkultur in Leipzig” vorgestellt: “Die Leipziger Meuten – Jugendopposition im Nationalsozialismus”

Bereits seit Anfang des Jahres gibt es dazu auch eine Ausstellung – “Die Leipziger Meuten – Jugendopposition 1933 – 1945″ im städtischen Schulmuseum (das sich passenderweise in einem Teil der früheren Stasi-Bezirkszentrale befindet). Bei deren Eröffnung wurde vom Autor & Ausstellungsmacher Alexander Lange die etwas anachronistisch anmutende, aber sehr berechtigte Frage aufgeworfen, ob diese “Jugendopposition gegen das NS-Regime von manchem heute das Etikett ‘extremistisch’ angeheftet bekäme”.

Die Ausstellung wurde übrigens durch das Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“ gefördert, für das sich der Freistaat bekanntlich eine eigene (verschärfte) Version der Extremismus-Klausel hat einfallen lassen. Ob es auch im Rahmen von Ministerin Schröders “Initiative Demokratie Stärken“ förderfähig gewesen wäre? Angesichts dessen Stoßrichtung gegen “Linksextremismus und Islamismus” wohl eher nicht. Der Historiker Lange meint hingegen, dass sich “das Wissen um die Meuten auch heute produktiv nutzen [ließe], wenn mancher Entscheider den Begriff Antifaschismus nicht als Schimpfwort verstünde”. Schröder & Co. sei es ins Stammbuch (oder sonstwohin) geschrieben.

Weitere Informationen: auf dem Blog zu den Leipziger Meuten

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