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TAZ-Kommentator knödelt gegen Links

April 9, 2011
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Die Studenierendenproteste in der Hamburger Evangelischen Hochschule „Rauhes Haus“ fanden einen Kommentator in der taz vom 6.4.2011Gernot Knödler. Dessen Beitrag können wiederum wir nicht unkommentiert in der Datenbank verschwinden lassen, handelt es sich hier ja weder um die Junge Freiheit, noch die WELT und auch nicht um Frank Jansen vom tagesspiegel – von denen, und anderen, hätten wir solch einen Text hingenommen weil erwartet.

Titel des Knödler-Kommentars ist „Protest unnötig“ – dazu von uns kein Kommentar. Doch weiter im Text. Knödler steigt ein mit der Darstellung seiner Meinung:

Eine Studie darüber zu machen, wie an linksextreme Jugendliche pädagogisch heranzukommen wäre, ist legitim. Das setzt voraus,
dass man wie Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) den Linksextremismus für ein Problem hält. Auch das ist legitim und
begründbar – auch wenn man sich über die Fragen der Dringlichkeit und des Ressourceneinsatzes streiten kann.

Ok, das ist eine Meinung, deren Äußerung ja Sinn eines Kommentars ist, wir sehen darüber hinweg, dass uns ausgerechnet die taz erklärt, wenn eine Ministerin etwas für wichtig findet, dann ist es auch legitim dazu zu forschen. Doch Knödli  kann auch eigene „Argumente“ vorweisen, warum solche Forschung wichtig ist und weshalb Linke so gefährlich sind:

Fraglos gibt es Gewalt von Links und mit dem Angriff auf die Lerchenwache hat sie gerade in Hamburg eine neue Dimension erreicht.

Och Knödli, für nen Journalisten ein kleines Armutszeugnis, die Ereignisse um die Lerchenwache sind jetzt seit fast 1,5 Jahren Vergangenheit. Ist ihnen nicht aktuelles eingefallen? Nachdem festgestellt wurde, wie schlimm das mit den Linken ist, gehts gegen die Studierenden in Hamburg…

Der Vorwurf der Studierenden, die Studie setze „faschistische Ideologien mit linken Idealen gleich“ zeugt von Einäugigkeit: Ob man für ein linkes Ideal oder eine faschistische Ideologie im Arbeitslager verreckt, macht keinen wesentlichen Unterschied – das hat das 20. Jahrhundert gezeigt.

Da hat der taz-Intellektuelle ein bisschen Totalitarismustheorien gelesen und endlich einen Platz gefunden, wo man sie anwenden kann. Zu dumm nur, dass der größte Teil der Linken sich heute vom Stalinimus so was von dolle distanziert (wir merken, unsere Sprache passt sich dem Niveau des Kommentars an, sorry), dass es ernst zunehmen ist. Zu dumm auch, dass es einem Migranten heutzutage nicht ganz egal ist, ob er von einem Nazi erschlagen, von einer Ausländerbehörde abgeschoben oder von einer Linken unterstützt, ignoriert oder was auch immer wird. Und weil Knödli so schön am Vergleichen ist macht er gleich weiter…

Im übrigen muss sich keiner vor einer Studie ängstigen, deren Verantwortlicher die Flinte ins Korn geworfen hat. Weder die Hilfeeinrichtungen noch die Jugendlichen hielten „einen speziellen Zugang zur linksautonomen Szene“ für sinnvoll, laute ein Zwischenergebnis. Es ist erkenntnisfördernd, das auf rechts zu übersetzen: Sozialarbeiter und rechtsradikale Jugendliche halten es nicht für sinnvoll – und im Falle der Jugendlichen auch nicht für wünschenswert – dass ein pädagogischer Zugang zur rechtsradikalen Szene gesucht wird. Na dann gute Nacht!

Was diese „Übersetzung“ erkenntisförderndes birgt, erschließt sich uns nicht. Bei uns ist, lieber Knödli, nur ein Satz hängen geblieben. In echt! „Na dann gute Nacht!“

Weitere Informationen zu den Protesten in Hamburg bei Extremismusstudien stoppen!


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