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Sachsen ganz links? Beweise für linksextremes Gewaltnest gefunden.

Juni 17, 2011
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Limbach-Oberfrohna ist eine kleine Stadt in unmittelbarer Nähe zu Chemnitz. Eine deutsches Städtchen, in dem sich seit langer Zeit Neonazis pudelwohl fühlen. Limbach-Oberfrohna ist der Ort in Sachsen, in dem 2010 die meisten rechten Straftaten gezählt wurden. In L.-O. wird die Extremismusformel im Reinformat in Kommunalpolitik und Behördenhandeln umgesetzt. Zu einem von der CDU iniitierten „Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus“ wurde erst die NPD zum Gründungstreffen eingeladen, und später, nach Protesten, zusammen mit der LINKEN mit einem Extremismusvorwurf entfernt. Eben jenes Bündnis führt Veranstaltungen mit Vertretern des Verfassungsschutzes und Eckhard Jesse durch, um auf die Gefahr durch „Extremisten von links und rechts“ im Ort hinzuweisen. Als das einzige linke Jugendprojekt ein eigenes Haus eröffnet fällt, dieses wenig später einem Brandanschlag zum Opfer fällt. Aufzählungen von Nazi-Übergriffen, tatenlosen Polizist_innen, CDU-Kommunalpolitiker_innen, die auch medial die Gefahr am linken Rand verorten, könnten hier ohne Ende weitergeführt werden

Am Pfingstwochenende zeigte sich einmal mehr, wie Presse und Behörden in der Region agieren. Pfingstfreitag und -samstag zogen – wie so oft – pöbelnde Nazis durch die Stadt und bedrohten nicht-rechte Jugendliche, die mit Ausbautätigkeiten an einem Haus beschäftigt waren. Autos wurden attackiert, „Sieg Heil-Rufe“ skandiert – alles kein Grund für die Polizei vor Ort, sich ernsthaft mit dem Thema zu beschäftigen. Erst nach mehreren Anrufen wurde ein Streifenwagen zum Ort des Geschehens geschickt. In den ersten Stunden des Pfingssonntag dann griffen Nazis Jugendliche, die sich in dem im Umbau befindlichen Haus in der Sachsenstraße befanden, an. Es kam zu Auseinandersetzungen, das Haus wurde verteidigt. Als die Polizei nach dem Angriff am Tatort eintraf, ignorierte sie die in der Nähe stehenden, pöbelnden Nazis und machten sich daran, die betroffenen alternativen Jugendlichen, den Garten des Hauses und die Räumlichkeiten zu durchsuchen. Es wurden Gegestände gefunden die zur Selbstverteidigung ins Haus gelegt wurden, mehrere Gläser mit Sand (für ein Schulprojekt) und 50 ml Kaliumnitrat (ein herkömmliches Düngemittel und Konservierungsstoff).

In der Lokalzeitung Freie Presse war am selben Sonntag dann folgendes zu lesen:

Waffen und Sprengstoffmaterial nach Schlägerei beschlagnahmt

Limbach-Oberfrohna. Erneut ist es in Limbach-Oberfrohna zu Auseinandersetzung zwischen der linken und rechten Szene gekommen. Bei einer Schlägerei in der Nacht zum Sonntag waren Polizeiangaben zufolge zwei polizeibekannte Linke auf zwei polizeibekannte Rechte losgegangen, die dabei Kopf- und Handverletzungen erlitten. Nach der Schlägerei waren mehrere Sympathisanten des rechten Spektrums auf der Sachsenstraße aus einem Haus heraus mit Flaschen beworfen worden. Bei der Wohnungsdurchsuchung traf die Polizei auf 17 Linksorientierte. Zudem beschlagnahmten sie in der Wohnung Pyrotechnik, Teleskopschlagstöcke, Schlagringe sowie Schleudern für Knallgeschosse, Stahlkugeln und Sturmhauben. Ein eingesetzter Sprengstoffsuchhund spürte mehrere Flaschen und Gläser mit Substanzen auf, die sichergestellt wurden, unter anderem 400 Milliliter Schwarzpulver und 400 Milliliter Kaliumnitrat. Die beiden Tatverdächtigen der Schlägerei, die sich ebenfalls in der Wohnung aufhielten, schweigen zu den Vorwürfen. Sie wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen, wie die anderen 15 Personen auch, wieder auf freien Fuß gesetzt. Der Staatsschutz der Chemnitzer Kriminalpolizei ermittelt wegen Verdachts des Landfriedensbruchs. Außerdem ermittelt die Polizei wegen des Verdachts einer gefährlichen Körperverletzung, Verstoßes gegen das Waffengesetz und Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz. (Freie Presse, 12.06.11)

Das also ist sächsische Provinz vom Feinsten. Aus Übergriffen werden Schlägereien, aus Sand wird Sprengstoff. Unrecherchiert werden Aussagen der Polizei von der Presse zu einem Zeitpunkt übernommen, zu dem die Beamt_innen noch auf ein Spezialistenteam warten, um den Sand später als solchen zu identifizieren. Die Behörden selbst durchsuchen lieber linke Projekte, die sich nach Erfahrungen mit abgebrannten Häusern, mehrfachen Übergriffen und angesichts einer Polizei, die alles mögliche macht, aber nicht agiert, selber verteidigen müssen und entsprechend ausgerüstet sind.

Angesichts solcher und anderer Geschichten sind die Autor_innen dieses Blogs einmal mehr offen für Informationen eine Direktdurchwahl zu den UN-Schutztruppen betreffend – nicht um darüber berichten zu können, sondern um sie im Zweifelsfall weiter- oder erreichen zu können,…warum zeigt auch der Beitrag von NDR Panorama (Quelle: youtube, Beitrag 15.2.2011)

Informationen zu den Ereignissen in Limbach-Oberfrohna sind auch zu finden auf dem Blog von Moritz Thielecke aus Limbach-Oberfrohna

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