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Ruhe in Leipzig, Punker-Randale in Meißen

August 22, 2011
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Verlegt sich der Gewaltschwerpunkt in ländliche Gebiete? Nachdem das letzte Wochenende in Leipzig ruhig verlief, eskalierte die Situation ein paar Kilometer weiter in Meißen. Punker warfen ein Sofa in die Elbe.

 Am letzten Samstag wurden in Leipzig eine Nazi-Kundgebung und alle Gegenkundgebungen untersagt, da Polizeinotstand herrsche, während dessen trug sich zur selben Zeit in Meißen folgendes zu: 20 Punker räumten sich ein paar Sofas an die Elbe, setzten sich in die Sonne und feierten ihren Abschied von der Stadt – angestossen wurde auf den Umzug nach Leipzig. Das rief die Polizei auf den Plan, die umgehend Platzverweise erteilte.

Der Berichterstattung in der Sächsischen Zeitung sind folgende Sachverhalte zu entnehmen: 20 Punker sitzen mit fünf Sofateilen am Elbufer…

…die jungen Leute zündeten ein Feuer an, legten Teppichboden aus und stellten Couchgarnituren auf. Ein Sofa landete sogar in der Elbe.

Die Polizei kommt und erteilt Platzverweise, es kommt zu „Handgreiflichkeiten“, zwei Jugendliche werden in Gewahrsam genommen. Die SäZ titelt den Artikel dazu folgereichtig mit:

Polizeieinsatz bei Punk-Randale am Meißner Elbufer

Bemerkenswert erscheint uns wie sächsische Polizisten heutzutage aussehen. Nach Angaben der Polizeidirektion Oberes Elbtal Osterzgebirge wurden für den Einsatz lediglich normale Streifenpolizisten aus verschiedenen Bereichen der Polizeidirektion zusammengezogen. Wer also stutzig geworden ist, wieso in Leipzig Polizeinotstand ausgerufen wird, während sich in Meißen massenweise Polizisten mit ein paar feierenden Punkern beschäftigen, kann ganz beruhigt sein, es handelt sich nur um Streifenpolizisten. Die sehen aber dann nicht unbedingt aus wie man sich Streifenpolizisten vorstellt, sondern so:

Faksimile SäZ 22.8.2011

Faksimile SäZ 22.8.2011

Ob in Sachsen ein Antidiskriminierungsgesetz erlassen wurde, welches festlegt, dass auch Streifenpolizisten so dolle schöne Klamotten und ein Vermummungsrecht wie die Kollegen vom SEK (Spezialeinheiten der Polizei) haben dürfen, konnten wir auf die Schnelle nicht recherchieren. Fraglich ist auch, was die Schreiberlinge der SäZ meinen, wenn sie zum Schluss informieren:

Der Fall soll nun der Stadtverwaltung Meißen übertragen werden.

Stadtverwalterische Ermittlungsmethoden zwecks schwimmender Sofas sind uns unbekannt. Zum Schluss bleibt zu konstatieren: Die Elbwiese ist sauber, die Punker sind weg, einmal mehr kann man von linken „Randalen“ in Sachsen schwadronieren und bei solch einer Punker-Gefährdung in Meißen ist nur zu gut verständlich, warum ein paar Kilometer weiter politische Versammlungen wegen Polizeinotstand untersagt werden.

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