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Hoyerswerdas Volksgemeinschaft gegen Links

September 21, 2011

Hoyerswerdas Oberbürgermeister Stefan Skora diffamiert die Veranstalter der Demonstration zum Gedenken an die rassistischen Ausschreitungen vor 20 Jahren als Extremisten.

Er war dieses Tage nicht Müde geworden, zu betonen, dass sich in den vergangenen 20 Jahren etwas geändert hat. Davon haben die TeilnehmerInnen der Demonstration am vergangenen Wochenende nichts mitbekommen.

In der Nähe des ehemaligen Vertragsarbeiterwohnheims wurden sie von etwa 20 Nazis in Empfang genommen, die zeigten den Hitlergruß, brüllten „Wir kriegen euch alle“ und „Frei, sozial und national“ und so weiter, auch während der Gedenkminute an die Opfer rassistischer Gewalt. Die Polizei, mit Reiter- und Hundestaffel, mit Beamten in Kampfanzügen und einem Hubschrauber vor Ort, ist nicht eingeschritten. In Ihrer Pressemitteilung berichtet sie von einem „störungsfreien Verlauf“ der Veranstaltung.

Eine Lüge. Ein Blick auf ihre eigenen Videoaufnahmen würde darüber hinaus beweisen, dass es die Polizei an diesem Tag in erheblichen Ausmaß versäumt hat, Straftaten zu verfolgen. Nichts neues aus der ostdeutschen Provinz, wird sich mancher denken.

Der Oberbürgermeister von Hoyerswerda zeigt sich im Interview mit Deutschlandradio enttäuscht. Von den Vorfällen weiss er nichts, aber er ist enttäuscht darüber, dass Hoyerswerda zum „Demonstrationsort für viele Auswärtige“ wurde, die dem Aufruf der Initiative „Pogrom 91“ gefolgt waren. Dabei hatte Skora ja darauf hingewiesen, dass wir die Bezeichnung „Pogrom 91“ als eine Beleidigung für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Hoyerswerda auffassen, erklärt er.

Deutschlandradio will es genau wissen:

Karkowsky: Ist es denn für Sie unerträglicher im Sinne der Stadt Hoyerswerda, dass es eine Initiative gibt, die sich „Pogrom 91“ nennt, als dass dort Neonazis sich hinstellen und pöbeln?

Skora: Das ist für mich beides unerträglich, das will ich noch mal ganz deutlich sagen in dem Sinne. Ich finde das Wort „Pogrom“ nicht gut, weil ich das mit Mord und Völkermord verbinde, aus der Historie heraus, und das Zweite ist natürlich auch, Neonazis und dieses Gedankengut teile ich auch nicht und das ist genau so. Also, ich sage immer, ich bin gegen Extremismus von beiden Seiten.

Was hat sich in 20 Jahren geändert? Nichts. Die nationale Schicksalsgemeinschaft, die sich von Außen, erst durch Vertragsarbeiter, dann durch die Presse und Linke bedroht fühlt, ist intakt. Und auch wenn Skoda, sicher beide „Extreme“ gleichermaßen verwerflich finden möchte, kann er das nicht.Denn er merkt offensichtlich nicht, wie sehr moralische Normen und weltanschaulichen Versatzstücke der Nazis in Hoyerswerda das sagen haben. 

Inglorious Bastards, ohnehin schlecht besucht, wurde seinerzeit nach einer Bombendrohung in Hoyerswerda, dem einzigen Kino weit und breit, stillschweigend abgesetzt. Die Entscheidung, wer nun zu weit gegangen ist, die Nazis mit einer Bombendrohung, oder Quentin Tarantinos mit einem verhöhnenden Stück über Nazis, fiel Skora damals sicher auch ziemlich schwer.



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