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Berliner mutmaßlicher Autobrandstifter zündelte aus Frust

Oktober 24, 2011
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Wie diversen Presseberichten zu entnehmen ist, verhaftete die Berliner Polizei am Freitag einen Mann, der gestand im Jahr 2011 eine Menge Autos angezündet zu haben. Der festgenommene 27-jährige gab zu, zwischen Juni und August diesen Jahres 67 Autos der Marken Audi, BMW und Mercedes direkt angezündet haben. Im Stern wird berichtet, dass der Mann als Motive für seine Grillanzünder-Anschläge im Sommer 2011 vor allem Frust über Arbeitslosigkeit angegeben hat und dass er die Brandstiftungen stoppte, als er eine Anstellung bekam. Verbindungen zur „linksextremistischen Szene“ bestünden nicht.

Der Berliner vergriff sich – mag man Presseberichten glauben schenken – ausschließlich an Autos, die deren Zerstörung wahrscheinlich aufgrund von Preisklasse und Marke  eher dem linken politischen Spektrum zugerechnet werden (hier). So vermittelten Zeitunsartikel den Eindruck, die Indikatoren für eine Einordnung als politisch motivierte Straftat oder eben Vandalismus bestünde in der Zuordnung der Taten zu Stadtteilen und Automarken. Nach der simplen Regel teures Auto kaputt – politisch motivierte Straftat, Kleinwagen kaputt – Vandalismus.

Obwohl in den letzten Monaten mehrmals kommuniziert wurde, dass mann bezüglich der brennenden Autos in Berlin eigentlich ratlos sei und obwohl der unpolitsche Frustzündler sich an KFZ der Marken Mercedes-Benz, BMW und Audi austobte und damit „Luxusmarken“ angriff, halten die Berliner Polizeibehörden an ihrer Zurodnung fest und berichten weiterhin, dass die Hälfte aller Anschläge politisch motiviert sei.

Ein Glanzstück der entsprechenden Skandal-Berichterstattung liefert der Spiegel. Dort heißt es:

Seit Monaten brennen in der Hauptstadt fast jede Nacht Autos. Seit Jahresbeginn wurden in Berlin mehr als 600 Autos durch Flammen beschädigt. Etwa die Hälfte der Brandstiftungen ist nach Erkenntnissen der Polizei politisch motiviert.

Nach welchen Kriterien die Delikte in politisch motiviert/ nicht politisch motiviert eingeteilt werden, bleibt weiterhin ein Rätsel. Der  im Spiegel dargestellten Zahl widerspricht der Stern der über 470 direkt angezündetete und dutzende beschädigte Autos schreibt.  Weiter durchdacht sollte der Satz im Spiegel eigentlich so lauten: „Seit Monaten brennen in der Hauptstadt immer wieder Autos. Seit Jahresbeginn wurde – Polizeiangaben zu Folge – ca. 470 Autos direkt angezündet, weitere Fahrzeuge wurden während dieser Anschläge beschädigt. Welche Taten politisch motiviert waren oder mit Vandalismus und Versicherungsbetrug begründet werden können, läßt sich nur am ermittelten Einzelbeispiel klären. Deshalb könne darüber derzeit keine Aussagen gemacht werden. “ – aber das wäre dann ja journalistische Berichterstattung…

Quelle: Stern (online), 23.10.11, „Brandserie wegen Frust und Neid“; Spiegel (online), 23.10.11 „Polizei fasst mutmaßlichen Autozündler in Berlin“

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