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Vermutlich, möglich, vielleicht – nur noch ein Viertel der Autobrände in Berlin politisch motiviert?

November 17, 2011
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Während sich derzeit viele den Kopf zerbrechen, ob die Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) nun wegen der Ignoranz von Behörden oder gar im Wissen von Behördenmitarbeiter_innen durchgeführt wurde, versinkt ein Aufregerthema vorerst in der Bedeutungslosigkeit – die „Gefahr von Links“. Im Trubel der Medienberichterstattung zum Nazi-Terror des 21. Jahrhunderts ging eine Mitteilung des Berliner Senats unter.

Bislang wurde berichtet, dass der größte Teil der Autobrände auf Linksextremist_innen zurückgehe. Dass die gemachten Zuordnungen und Zählungen jeglicher Grundlage entbehrten, darauf wurde auf diesem Blog schon mehrmals hingewiesen (hier, hier und hier). Als vor ein paar Wochen ein Mann festgenommen wurde, der zugab mehrere Dutzend Autos aus Frust angezündet zu haben, weichte der Mediendiskurs zum Thema „linke Gefahr in Berlin“ schon merklich auf – vor allem als berichtet wurde, der geständige Verdächtige sei aktives Mitglied eine Mormonen-Gemeinde, denen allgemein kaum Verbindungen in linksextreme Milieu nachgesagt werden. Nun jedoch gab Innensenator Körting im Abgeordnetenhaus zu Protokoll, man vermute nur noch, dass ein Viertel der Autobrandtsiftungen politisch motiviert seien. Auf welchen Fakten diese Vermtungen basieren wurde nicht bekannt, eine Zuordnung nach angegeriffenen Automarken scheint ausgeschlossen, da sich auch der Frustzündler auf Luxusmarken fokussierte. Auch ob nun zu einem Viertel der Taten Bekennerschreiben vorliegen, war nicht in Erfahrung zu bringen.

siehe auch: taz online, 11.11.11, Nur noch jeder vierte Autobrand politisch

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