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Archivare werfen Sachsen DDR-gemäße Politik vor

August 11, 2013
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Olaf Vahrenhold diente lange beim sächsischen Landesamt für Verfassungsschutz als Vize-Chef. Nun stolperte er, wie schon sein Vorgesetzter vor geraumer Zeit über die spezifisch sächsische Taktik der NSU-Aufarbeitung. Diese ist dreistufig angelegt und enthält folgende Schritte: 1. Öffentlich bekannt machen, dass man so als Staat nix gesehen, nix gehört und nix gewusst hat. 2. Auch bei Nachfragen bei der ersten Aussage bleiben. 3. Wenn es gar nicht mehr geht, weil irgendwer irgendwie tief gebuddelt hat und irgendwelche Akten auftauchen, deren Existenz man verneint hat, weil man ja nix wusste usw. dann jemanden aus der Führungsriege des Verfassungsschutzes öffentlichkeitswirksam versetzten und sich einen neuen besorgen, der vehement auf den Punkten 1. und 2. beharrt. Vize-Vahrenhold nun hat Mitte Juni eine neue Heimat im Sächsischen Staatsarchiv gefunden. Das hatte, wenn man Innenminister Ulbig glauben darf, nicht mit den NSU-Akten zu tun, die Anfang Juni „gefunden“ wurden. Dem IM Ulbig glaubt aber niemand. Schon gar nicht der bundesdeutsche Verband der Archivarinnen und Archivare. Der nämlich beschwerte sich in einem Brief an Ulbig. Der Verband warf Ulbig u.a. vor, die eine „oft in der DDR geübten“ Praxis zu bedienen, wo unliebsame Zeitgenossen in Archive versetzt wurden.

Die Archiv-Gemüter beruhigten sich, als bekannt wurde, dass Vahrenhold im Staatsarchiv nur auf einem Kurzzeitparkplatz steht, der dann geräumt werden muss, wenn der schon bestellte, qualifizierte Hamburger Stelleninhaber nach Sachsen kommt. Aber dann, so wird spekuliert, findet das Land bestimmt eine andere Beamten-Endlagerstätte für Vahrenhold, die ihm sein Gehalt von über 6300 Euro im Monat plus Zulagen mit einer anderen Scheinaufgabe sichern wird.

Siehe: Freie Presse 9.8.2013 „Schlapphut-Affäre bringt Archive in Rage/ LVZ 19.6.2013 NSU-Aktenfund kostet Vahrenhold seinen Job

 

 

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